Es sei an dieser Stelle angemerkt, dass jetzt plötzlich Herbst ist. Zumindest vermittelt das Wetter stark den Eindruck. Allerdings habe ich den Part zwischen Hochsommer und Herbst verpasst. Am Samstag waren knappe 20 Grad und recht heftiger Wind. Letzte Woche habe ich noch bei 30 Grad geschwitzt, komisch. Wird bestimmt wieder besser :-)
Jedenfalls fand am wochenende ein groß angekündigtes Straßenfest in New York, Little Italy statt. Interessiert begaben wir uns also zur Canal Street durch Chinatown nach Little Italy. Dort angekommen, war es schwer zu übersehen. Die Hauptstraße war beidseitig mit diversen Buden zugestellt. Der theoretisch in der Mitte verbleibende Platz war mit einer sich sehr langsam bewegenden Menschenmenge gefüllt. Trotz des unangenehmen Fortkommens in der Menge, haben wir eine ganze Menge über Italien gelernt. Verkauft wurden auf dem Fest natürlich vorrangig italienische Spezialitäten, die wir alle aus dem Urlaub kennen: Original italienische Bratwürste, leckere Calzone bestehend aus frittiertem Teig, der mit Käse gefüllt ist und nicht zu vergessen: der echte und wirklich italienische Pina Colada. Wer sich an dieser Stelle über die aufgeführten typisch "italienischen" Delikatessen wundert, wurde soeben über das amerikanische Klischee über Italien aufgeklärt. Irgendwie haben die ausgwanderten Italiener auf dem langen Weg in die USA vergessen, dass ihr Land weder für Bratwürste bekannt ist, noch dass eine Calzone ein frittierter Teig mit Käse ist. Ich will an dieser Stelle nicht verschweigen, dass es unzählige Restaurants mit Pizza, Pasta und Wein gab. Da die Amis allerdings nicht in der Lage sind, für einen Europäer schmackhaften Käse zu produzieren, fehlt der Pasta hier einfach das gewisse Etwas... Leckere Pizza kann man allerdings durchaus bekommen, um die Ehre etwas zu retten :-) Dass Italien nicht gerade ein Bratwurstland ist, habe ich auch unserer italienstämmigen Sekretärin Laura erzählt und sie damit völlig desillusioniert: "You are kidding me!?". Während ihrer gesamten Kindheit gab es am Wochenende immer traditionelles "italienisches" Essen, mit dabei: die typischen Bratwürste.
Zum zweiten Teil des Titels. Um noch eine kurz Anekdote zu bringen :-) Wenn man sich hier zu Lande in der Gastronomie ein Essen genehmigt, ist es üblich bis zu 20% Trinkgeld zu geben. Irrsinnig viel wie ich finde. Aber eigentlich achten die Kellner nie darauf wieviel es ist, sondern es kommt stets die "Bekomme ich eigentlich Trinkgeld"-Frage. Man bekommt also die Rechnung und legt einfach das Geld hin. Daraufhin folgt vom Kellner "Do you guys need any change?" (Für Leser ohne Englischkenntnisse, ich spreche Niemanden konkret an :-) "Braucht ihr Wechselgeld?") Da man natürlich, weil der Service hier meistens wirklich gut ist, sowieso Trinkgeld gibt und die Frage folgich mit "Nein" beantwortet, wandelt sich der angespannte Gesichtsausdruck des Kellners in ein entspanntes Lächeln: "Have a very nice day guys!" ("Einen wunderschönen Tag noch!"). Diese Frage kommt wirklich immer und ist für mich jedesmal erneut amüsant. Sollen sie doch gleich fragen: "Bekomme ich eigentlich Trinkgeld?".
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
6 Kommentare:
Wenn es mit deinem Studium aus unerfindlichen Gründen nicht erfolgreich klappen sollte...was natürlich niemand auch nur in Ansätzen hoffen will, dann kannst du immer noch rasender Reporter werden. Es schön, dass dir immer wieder interessante Themen einfallen und du uns über das große Amerika ordentlich aufklärst.
Bitte meeeeeeeehr!
LG Ma
Hallo Henrik! Wieder einmal bestätigt sich Amerika als Land der unbegrenzten Möglichkeiten(bzw. Meinungen). Das ist ja auch an der amerikanischen Meinung zu merken, alle in Deutschland rennen mit Seppelhosen herum und essen Sauerkraut am laufenden Band. Schade, daß es keinen "Deutschland-Tag" gab, du würdest sicher aus dem Lachen nicht mehr herauskommen.
Übrigens deine Berichte finde ich so Klasse, ich könnte mir eine Broschüre mit reichlich Fotos sehr gut vorstellen. (Weihnachtswunsch)
Wünsche mir auch noch mehr Berichte, die Zeit wird ja langsam knapp. Schöne Grüße O.
Sooo viel Lob!!! Naja, alle haben recht, es liest sich schon gut, was du schreibst, alles so bildreich und voll aus dem Leben gegriffen.Ob du dich hier überhaupt noch wohlfühlst nach deiner Rückkehr?? Na, hier gibt es frisches Schwarzbrot und uns...:-)
DANKE für die Karte, hast dein Versprechen ja wirklich wahr gemacht. Habe jetzt auch unbegrenzte Möglichkeiten, die Entscheidung liegt zwischen:"Geh ich jetzt ins Bett oder bleibe ich noch am Laptop sitzen?" Ich werde wohl noch tobai einen Gruß nach Paris senden. Der ist ja echt schlecht dran mit seinen fehlenden Sprachkenntnissen. Mit C++ kann er da wohl nicht viel anfangen?? Aber er versprüht ja anscheinend ausreichend Charme unter deutschen Damen :-) wenn man ihm glauben darf.
Liebe Grüße Elke
hey,
ich will auch mal meinen senf dazu geben und zwar zu den italienischen wuerstchen: es gibt naemlich sone ganz spezielle art von wurst, aehnlich wie salami, die die ialiener auf die pizza schneiden und auch so essen und die is echt beruehmt (hab ich in australien vom meinem aetzenden ialiener-chef gelernt) aber ob das nu diese wurst war oder wirklich ein boeser irrtum weiss ich natuerlich nich =)
liebe gruesse aus spanien, wo heute irgendwie auch der herbst angefangen hat....
die karina
Ja das stimmt tatsaechlich. Mir ist der Name dieser Wurst leider entfallen. Hab die aber schon mal in Italien gegessen. Die Amis halten sich aber ehrlich an den Bratwuersten fest, die wie ich feststellen musste, nichts besonderes sind :-) Schon lecker, aber eben eine Bratwurst. Hier laeuft ja auch im Starbucks italalienische Musik und es haengen Bilder von Italien aus... Marketingkonzept geglueckt wuerde ich sagen. Die Amis stehen auf Europa und in Europa ist amerikanisch irgendwie "cool". Ich bin verwirrt :-)
Vielen Dank fuer die Beitraege! Liebe Gruesse,
Henrik
Cabanossis heißen die! Wirst du träge bei der Berichterstattung?? Oder gibt es nichts Neues mehr??
Gruß Elke
Kommentar veröffentlichen